Eine Femibion Userin erzählt...

Folge uns

  • Facebook
  • Instagram

Sie hatte drei Hausgeburten und erzählt von ihren Erfahrungen mit Hebammen. Aus ihren Erfahrungen hat sie einen guten Rat an alle Mamas.

Ich habe schon vor dem ersten Kind gewusst, dass ich es „anders“ machen möchte. Kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest öffnete das Geburtshaus in der Nähe wieder und das schien doch ein Wink des Schicksals zu sein. Noch vor dem Frauenarzt meldete ich mich schon dort. Wer eine Hausgeburt möchte oder nur mit dem Gedanken spielt, sollte sich frühzeitig eine passende Hebam­me suchen, sie sind je nach Ort sehr schnell ausgebucht. Während der Schwangerschaft übernahmen ebenfalls die Hebammen vie­le der Kontrollen. Ausser Ultraschall können sie alles untersuchen. Aber die Kontrollen sind persönlich und man fühlt sich richtig wohl. Man ist keine Patientin sondern fühlt sich als würde man zu einer Freundin mit Erfahrung gehen. Anstatt des normalen Ge­burtsvorbereitungskurses besuchte ich ei­nen „Hypnobirthing-Kurs“. Wir waren zwei Paare und die Leiterin konnte sich voll und ganz auf uns konzentrieren. Die Investition hat sich für alle drei Geburten mehr als ge­lohnt. Meine Hebammen begleiteten mich bei jeder Geburt.

Unser Körper ist ein Wunderwerk

Die erste Geburt war sehr lang. Über 3 Nächte hatte ich immer wieder Wehen die Nacht durch, die jedoch am Morgen verschwanden. Dank des Wissens das ich Zuhause gebäre sind die nachts nie ins Spital (sonst hätten wir definitiv mehr als einen Fehlstart gehabt). Erst an Abend Nr 4 wurden die Wehen kräftiger und regel­mässiger. Auf den Anruf meines Mannes hin kam unsere Hebamme auch direkt. Mein Muttermund war 5 cm geöffnet und das war der einzige Moment in dem ich dachte, dass ein Spital, Kaiserschnitt oder PDA doch eigentlich keine schlechte Idee seien. Wenn ich für diese 5 cm so lange brauchte, wie lange gehen dann die restli­chen 5 cm?

Unser Körper ist aber ein Wunderwerk, er produziert unsere körpereignen Schmerz­medikamente, Endorphine. Und dank dieser erlebte ich die folgenden Stunden trotzdem als schön. Eine meiner Katzen begleitete mich die ganze Nacht neben mir auf dem Sofa. Zuhause erlebt man eine ganz besondere Atmosphäre. Und ich fühlte mich so wohl weil ich kein Gast war sondern vollkommen frei war.

Die Hebamme hielt sich die ganze Zeit im Hintergrund, bot ihre Hilfe an wenn ich sie benötigte aber gab genauso Ruhe und Freiraum. Kurz vor der Geburt bzw. wenn sich diese ankündigt, ruft sie ihre Kollegin. So sind für die Geburt zwei Hebammen anwesend - eine für die Mama, eine fürs Baby. Sie sind sehr gut ausgerüstet auch für den Notfall. Da mein Sohn mit den Hän­den voraus (eine Hand am Kopf und ein Arm angewinkelt zum Hals) geboren wer­den wollte, dauerte alles länger normal. Er wurde in unserem Bett geboren. Trotz der vielen schlechten Nächte war ich schon kurze Zeit nach der Geburt wieder fit, ich hätte Bäume ausreissen können dank der Hormone.

Die zweite Hausgeburt

Die zweite Schwangerschaft verlief weni­ger schön. Leider zogen die Hebammen weiter weg, die Kontrollen fanden daher mehrheitlich bei der Frauenärztin statt. Diese konnte aber meine Entscheidung der Hausgeburt nicht akzeptieren und machte das bei jedem Termin deutlich. Diese Schwangerschaft verlief daher ex­trem stressig und alles andere als schön. Erst ganz zum Schluss wendete sich alles zum Guten dank einer Zweitmeinung eines anderen Arztes. Die zweite Geburt war viel kürzer als die erste. Und bei dieser Geburt war ich das erste Mal mehrheitlich alleine. Ich habe weder meinen Mann informiert noch die Hebamme. Gegen 22 Uhr setzten die Wehen ein und ich konnte mich die Nacht über auf unserem Sofa und später in der Badewanne wunderbar entspannen. Es war für mich perfekt. Gegen 6:30 Uhr rief ich die Hebamme die kurz nach 7 Uhr klingelte und alle weckte. Für meinen ers­ten Sohn war die Oma anwesend die ihn zu 100% betreute und in gut kannte und wusste wann oder ob sie mit ihm rausge­hen müsste.

Nummer 2 hatte es zum Schluss sehr eilig. Kurz nachdem die Fruchtblase platzte re­agierte er schlecht mit den Herztönen. Da es aber schnell voran ging, entschieden sich die Hebammen weiter zu machen (zu einer Verlegung hätte es sowieso nicht gereicht. Hausgeburtshebammen reagieren bei sol­chen Komplikationen schneller und früher als in einem Spital).

2h nachdem die Hebamme bei uns ankam, erblickte er das Licht der Welt auf unserem Sofa im Wohnzimmer. Wenige Minuten spä­ter lernen sich die beiden Brüder kennen. Die zwei sind bis heute ein Herz und eine Seele, keiner kann ohne den anderen. Wie Zwillinge mit Altersunterschied.

Bei Nummer 3 wusste ich dank meiner Erfahrung ganz genau was ich wollte! Ich wechselte den Frauenarzt und hatte sehr grosses Glück. Er empfahl die Hebammen­kontrollen sogar von sich aus und konnte den Wunsch der Hausgeburt unterstützen.

Aller guten Dinge sind drei

Den richtigen Frauenarzt zu finden ist Gold wert. Die Kontrollen bei ihm verliefen stress­frei und ich spürte nicht die Ablehnung die bei Nummer zwei sehr deutlich war. Drei Kontrollen fanden beim Frauenarzt statt. Die restlichen wurden wieder von den Heb­ammen gemacht. Mein drittes Kind hatte es nicht besonders eilig. Sie wartete bis 42+0 um sich auf den Weg zu machen. Fraue­närzte und Spitäler erwarten normalerwei­se, dass man schon (deutlich) früher ein­leitet. Meine Hebammen waren jedoch sehr entspannt. Die CTGs waren gut, die Frucht­wasser-Menge gut. Sie brauchte einfach länger. Bei ihr setzten die Wehen ebenfalls am Abend gegen 23 Uhr ein. Und da ich wusste wie gerne ich alleine bin, verbrachte ich auch den Grossteil dieser Geburt alleine im Wohnzimmer und genoss meine Ruhe.

Meinen Mann habe ich gegen 5 Uhr mor­gens geweckt damit ihn dieses Mal nicht die Hebamme weckt. Er hat auch Hebam­me gerufen die irgendwann vor 6 Uhr bei uns ankam. Sie begrüsste mich in der Wanne und ging wieder nach draussen. Sie wusste, dass ich lieber alleine bin.

Ich konnte sogar in der Wanne schlafen. Um 6 Uhr platzte die Fruchtblase und ich bin schnell aus der Wanne gehüpft.

29 Minuten später wurde unsere Tochter im Badezimmer geboren. Die Geburt war genau das was ich mir gewünscht habe, es war unglaublich schön. Die grossen Brüder wurden durch ihren ersten Schrei geweckt und kamen kurz darauf aus ihrem Zimmer um ihre kleine Schwester zu begrüssen.

Sie durften zusammen die Nabelschnur durchschneiden, waren beim Wiegen und anziehen dabei. Und haben sie ebenso vom ersten Moment geliebt.

Positive Erinnerungen an die Hausgeburten

Bei allen drei Geburten waren die Wehen für mich keine Schmerzen. Sie waren zu positiv. Sie waren wie ein Energieball oder eine starke Kraft. Bei Nummer drei waren die Wehen sogar fast schmerzfrei - nur der Druck ihres Kopfes war dann schmerzhaft und nicht mehr so angenehm :)

Die Geburten waren für mich ein wunder­schönes Erlebnis auf die ich mich jedes Mal freuen konnte. Ein Weg den ich zusammen mit meinen Babys gegangen bin. Auch das Wochenbett Zuhause war wunderbar. Mein WC, mein Bad, meine Küche. Ich brau­che das. Zuhause war es so entspannt, das der Milcheinschuss jedesmal schon einen Tag nach der Geburt erfolgte. Keines mei­ner Kinder nahm merklich vom Geburtsge­wicht ab. Ich denke die Entspannung und Ruhe Zuhause hat damit viel zu tun. Wir wurden nicht morgens geweckt, hatten kei­nen Besuch von einer Zimmernachbarin mit im Zimmer. Selbst unser Besuch wollte uns Zuhause nicht besuchen sondern gab uns Freiraum, wir mussten manche regelrecht überreden, dass es okay ist.

Auch wenn es verrückt klingt, ich liebe es zu ge­bären :) und würde es immer wieder wol­len. Für mich sind das die drei schönsten Ereignisse meines Lebens.

Wobei der Wunsch nach einer HG heutzuta­ge je nach Umfeld und FA wirklich schwie­rig ist. Leider. Statistiken zeigen nämlich, dass die Geburten Zuhause meistens den besseren Ausgang haben als im Spital. Die Spitäler sind einfach zu sehr unter Druck um jedem ein schönes Erlebnis möglich machen zu können. Die Hausgeburten inkl. Betreuung haben jeweils auch deutlich we­niger gekostet als nur die Geburt im Spital. Eigentlich ein Skandal das Hebammen so wenig daran verdienen! Jede Mutter sollte diese Möglichkeit haben können wenn sie es möchte.

Bei Baby Nummer 3 wusste ich dank meiner Erfahrung ganz genau was ich wollte!

Dein Kommentar

Eine Femibion Userin erzählt...